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Nepal - ein Reisebericht

Ein Reisebericht durch die Brille unserer Kunden

Sophia Klakow / 21.10.2024 Blog author avatar

NAMASTE

Keine Angst, ich berichte nicht über meinen Yogakurs. Obwohl mich dieser auf die Idee für die Überschrift meines Reiseberichtes gebracht hat. Seit einigen Wochen nehme ich nämlich am Online-Yoga teil, Anne Stecher bietet den Kurs für blinde und sehbehinderte Interessenten an.

Der Gruß Namaste wird in Indien und Nepal verwendet - sowohl zur Begrüßung als auch zum Abschied. Namaste heißt übersetzt: “Ich grüße das Göttliche in Dir.“

Beim Aussprechen des Wortes legt der Grüßende die Handinnenflächen vor der Brust in Höhe des Herzens aneinander, was für Respekt und Achtung steht.

Vorbereitungen für unsere Fernreise

Erst Anfang Januar überlegen wir uns, dass es wieder einmal in die Ferne gehen könnte. So nimmt Roland Kontakt zu Reiner Stoll von Travel to Nature GmbH auf und wir erhalten zwei Programmvorschläge, zum einen für Indien von Rainers Sohn Paul und zum anderen für Nepal. Wir entscheiden uns für eine Kombination.

Da wir recht spät dran sind organisieren wir uns schnell noch die empfohlenen Impfungen gegen Hepatitis und Typhus und einen Reisepass für Rolo brauchte es auch noch, denn seiner war abgelaufen.

Stressig wurde es dann noch mit den Visa: Für Nepal konnte man nur einen online-Antrag auf ein Visa stellen, das Visa selbst würde man dann am Flughafen in Nepal erhalten zu 30,00 $ pro Person. Für Indien war bei Eintritt ins Land ein Visa zwingend vorgeschrieben, was wir online beantragt haben. Erst nach mehrmaligem online-Check haben wir dann gesehen, dass unser Visaantrag abgelehnt wurde, weil den Indern u.a. unsere hochgeladenen Passbilder nicht gefallen haben. Trotz Ablehnung haben die Inder unsere 25,00 $ pro Person kassiert, die wir dann für die erneute Antragstellung noch einmal zahlen durften. Marianna von Travel to Nature hat uns dann bei der erneuten Antragstellung geholfen, es war mittlerweile vier Tage vor Einreise in Indien und so begann bei uns das große Bangen, aber am Freitag, den 28. Februar haben wir dann unsere Visa erhalten. Es konnte also losgehen!

Sonntag, 2. März

Da der Flughafenexpress nicht fährt, hat Roland für uns ein Auto über Uber gebucht. So stehen wir eine Stunde später 08:00 Uhr am Flughafen BER. Wir laufen in die Halle und haben Glück, dass uns eine nette Dame vom Service sieht und beim Einchecken des Gepäcks hilft. Das geht alles nur noch an Automaten und sie ist zur Unterstützung der Fluggäste da. Um Bordkarten brauchen wir uns nicht mehr zu bemühen, da Rolo uns schon online eingecheckt hatte. So klappt dann auch alles mit der Begleitung zum Flugzeug. Wir landen in Frankfurt nach einem gut einstündigen Flug und weiter geht’s nach einem zweistündigen Zwischenstopp gegen 13:00 Uhr nach Delhi. An Bort stoßen wir mit einem Becherchen Sekt auf unseren bevorstehenden Urlaub an und bekommen später das gute Essen serviert.

Durch die Zeitverschiebung von 4.30 Stunden ist es in Delhi schon 1:30 Uhr in der Nacht als wir landen. 

Da wir zweimal unseren Visaantrag stellen und bezahlen mussten hoffen wir nun, dass alles funktioniert. Doch leider geht es hier am Flughafen nur sehr schleppend voran. Wir haben den Eindruck, dass der Service über uns nicht informiert ist, und so werden wir von einem zum nächsten Mitarbeiter weitergeleitet und ständig heißt es „sit down please and wait“. Obgleich wir bei Visaerteilung sämtliche Angaben zu unserer Person, (und selbst zu unseren Eltern), zu unseren Absichten in Indien, zu unserem Hotel u.v.m. angegeben hatten, wurden nun erneut diese Daten abgefragt. Eine Mitarbeiterin bediente für uns den Automaten und dann ging es zur Einreisebehörde. Hier dauerte es erneut, da Visa, Reisepässe etc. geprüft und wir erkennungsdienstlich erfasst wurden. Seltsamerweise wurden nur Rolos Fingerabdrücke gescannt. Wir hatten dies zunächst für einen Zufall gehalten, aber das Prozedere wiederholte sich bei erneuter Einreise auf unserem Rückweg.

Endlich haben wir es geschafft und treffen draußen auf Nasir. Er ist der Leiter des Büros unserer Reiseagentur in Delhi.

30 Minuten dauert dann die Fahrt, bis wir unser Hotel Pride Plaza erreichen. Es befindet sich in Neu-Delhi, ganz in der Nähe vom Flughafen und dem Regierungsviertel. Hier beziehen wir nun unser Zimmer und versuchen erst einmal die Handys zu laden. Das will nicht so recht gelingen und so betätigt Rolo alle Schalter, denn auch die Steckdosen sind mit Ein- und Ausschaltern bestückt. Irgendwann klingelt unser Telefon, naja, wir haben versehentlich den Alarm ausgelöst, war aber kein Problem! Im Übrigen, die Zimmertüren, der Lift und auch einige Schalter im Zimmer selbst sind mit einer etwas zu großen Brailleschrift versehen – ein gutes Zeichen in Richtung Inklusion.

Beim Gebell der Straßenhunde schlafen wir schließlich ein.

Montag, 3. März

Nach nur wenigen Stunden Schlaf Gehen wir gegen 09:30 Uhr zum Frühstück. Wir nehmen in ganz bequemen Sesseln Platz und ein sehr netter Kellner serviert uns Cappuccino. Wir wählen Omelette, Toast mit Butter, Käse, frisch gepressten Melonensaft und Rührkuchen. 

Dann werden wir von unserem Guide Gajju und unserem Fahrer abgeholt. Als wir das Hotel verlassen, ist es herrlich warm draußen, 27°. Wir fahren erst einmal mit dem Auto ins Regierungsviertel. Wir halten bei einem Platz, wo der Präsidentenpalast, das alte und das neue Parlament zu sehen sind. Das alte Parlament ist ein rundes Gebäude, was seinerzeit von den Britten erbaut wurde. Die Beschreibung der Gebäude und des Drumherums klingen wirklich schön, anfassen können wir hier nichts, da Security die Zugänge verwehrt - aber es gibt Fotos von uns, die die Gebäude im Hintergrund zeigen. Weiter geht die Fahrt zu einem der größten Sikh-Tempel. Im ersten Raum müssen wir Schuhe und Strümpfe ausziehen und uns ein Tuch um den Kopf binden. Nur barfuß und mit Kopfbedeckung dürfen wir den Tempel betreten. Auf dem Weg dorthin haben wir noch die fünf K, also die wichtigsten Dinge der Sikh angefasst. Das sind ein Armreif, eine riesige Unterhose, das Kopftuch, ein kleiner Holzkamm und Ein Krummdolch. Total beeindruckend finden wir, dass sich die Sikh niemals in ihrem Leben die Haare schneiden dürfen. Das können wir uns nicht vorstellen, da die Haare irgendwann meterlang sein müssen. Berühren dürfen wir diese Haarbracht nicht, die sie immer unter einem Turban verbergen. Zuerst gehen wir in einen Raum, wo Spenden gesammelt werden. Leute können Geld- oder Sachspenden wie Reis, Linsen oder Kichererbsen abgeben. Wir gehen durch den Flur und können riechen und auch hören, wie Essen zubereitet wird. In einem Saal liegen viele Teppiche und später werden sich dort die Leute hinsetzen und das kostenlos angebotene Essen genießen. Essen darf hier jeder, egal ob arm oder reich. Unter anderem wird dort auch Brot zubereitet und Roland probiert eine Art Fladenbrot. Es Schmeckt ganz gut, hätte aber noch etwas besser gewürzt sein können. Dann gehen wir in einen Saal, setzen uns auf eine Bank und lauschen den Gesängen. Aufnehmen durfte man sie leider nicht. Die Gläubigen müssen mindestens einmal in der Woche in den Tempel gehen und sie verbringen dort meist mehrere Stunden. Vor dem Tempel befindet sich ein kleiner Teich, heute ist die Hälfte des Wassers abgelassen, da das Becken gereinigt wird. An anderen Tagen gehen Männer und Frauen separiert voneinander dort baden. Das Wasser könne auch getrunken und darf auch als Heilwasser mit nach Hause genommen werden. 

Danach geht es zum indischen Tor. Eine kleine Fußgängerzone führt in Richtung des Tors. Natürlich gibt es auch wieder ein Foto. Einige Straßenhändler verkaufen hier ihr Hab und Gut. 

Weiter geht es zu einem Markt. Zur rechten werden wir immer von den typischen Geräuschen der Straßen begleitet. Viele Autos hupen, um auf sich aufmerksam zu machen. Hier in dieser Atmosphäre finden wir es ganz lustig. Aber ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, mich hier in dieser Stadt allein zu bewegen. Über den Markt selbst führt ein kilometerlanges Blindenleitsystem, was unser Guide bisher noch gar nicht als solches erkannt hatte. So konnten auch wir ihm etwas beibringen. Auf dem Markt können wir verschiedene Dinge wie Flaschen, Kleidung, unter anderem auch Brautkleider anfassen. Die Stoffe sind meist recht grob und mit unwahrscheinlich vielen Steinchen verziert. Für Männer gibt es natürlich auch entsprechende Hochzeitskleidung, Schuhe, Schmuck usw. Auf dem Markt drängen sich irre viele Menschen, es herrscht ein lebendiges Gewusel.

Später kommen wir zum Teil des Marktes, auf dem es Gewürze gibt. Hier kehren wir in einem Laden ein und bekommen verschiedene Masala-Mischungen gezeigt und auch Tees. Wir kaufen eine Gewürzmischung und einen grünen Tee mit Mango. Wir kehren noch auf einen typischen Masala-Tee ein, er wird in einem kleinen Becher aus Sandstein gereicht. Getrunken wird der leicht gewürzte Tee mit Milch und sehr viel Zucker. Mir selbst ist er zu süß und milchig, aber es ist eben das landestypische Getränk.

Zurück gehen wir ein kleines Stück zu Fuß, nehmen dann aber eine Fahrradrikscha, damit es schneller geht. 

Kurz nach 15:00 Uhr machen wir uns mit dem Auto auf die vierstündige Fahrt (ca. 200 Kilometer) nach Agra. Unterwegs stoppen wir noch für eine Cola. Der weg führt durch eine hügelige Landschaft vorbei an unzähligen Feldern. Gegen 19:15 Uhr erreichen wir unser Hotel Clarks Shiraz in Agra.

Da unser Guide uns verlassen hat, ist es beim Abendessen anfangs etwas schwierig mit der englischen Verständigung. Aber dann wird alles gut, wir bekommen eine Pilzsuppe (schmeckt leider eher nach Tütensuppe), Nudeln mit verschiedenen Gemüsesaucen und ein reichhaltiges Dessert mit unterschiedlichen Kuchen und Eis serviert.

Dienstag, 4. März

8:00 Uhr sitzen wir im Frühstücksraum, hier ist es sehr laut. Die Kellnerin bedient uns wieder sehr nett. Wir bestellen Spiegelei, Toast, Früchte und tollen heißen Cappuccino. 

Zu 9:00 Uhr geht es dann zum Taj Mahal. Laut Programm war die Besichtigung zum Sonnenaufgang vorgesehen, da uns das optisch nichts bringt und wir auch ein wenig Schlaf nötig haben, ändern wir das Programm und starten heute etwas später.

Beim Taj Mahal müssen wir durch die Sicherheitskontrolle ähnlich der am Flughafen. Ich als Frau gehe mit einer Mitarbeiterin in ein Zelt, wo ich abgetastet werde. Als wir vor dem Taj Mahal stehen, sind links davon die Freitags-Moschee und rechts das Gästehaus zu sehen, in dem früher die Gäste des Königs wohnten. Hinter dem Taj Mahal verläuft ein Fluss, der bis Delhi führt. Unser Guide erzählt uns die Geschichte, wie das Taj Mahal entstanden ist. Der König hatte seine Frau bei einem Marktbesuch kennengelernt, wo er eigentlich als Mann keinen Zutritt hatte. Er verliebte sich in sie und sie bekam 13 Kinder. Beim 14. spürte sie, dass sie schon sehr schwach war. Sie würdebei der Geburt sterben, und er musste ihr versprechen, dass er für sie ein Mausoleum baut. Dort, im weißen Taj Mahal liegen sie jetzt als Paar vereint. Das Gebäude ist aus Sandstein und mit Marmor verkleidet und hat verschiedene mit Blumen verzierte Intarsien Arbeiten, die wir auch ertasten können. Zuerst durchstreifen wir den Privatpalast mit den Gemächern, in dem der König mit seinen drei offiziellen Frauen lebte. insgesamt hat der Palast vier Kuppeln, für jeden von ihnen Eine. An die Gemächer schließt sich der sogenannte Entscheidungssaal an. Hier konnte das Volk seine Probleme vortragen und der König verkündete dann seine Entscheidungen im Publikumssaal. Im Keller des einen Gebäudes ist das Originalgrab und wir selbst standen an der Kopie des Mausoleums der Lady. So lautet die Beschreibung eines englischsprachigen Guides einer anderen Gruppe, die wir aufgeschnappt haben.

An jeder Ecke des Mausoleums gibt es noch ein schräg angebautes Minarett – schräg, sodass es etwa im Falle eines Erdbebens nicht auf das Mausoleum fallen würde. Wir konnten die Tür eines der Minarette befühlen. 

Auf der anderen Flussseite liegt der Grundstein des schwarzen Taj Mahal. Dieses konnte der König nicht mehr erbauen, da ihn sein Sohn verhaften und einsperren ließ.

Der Fluss hinter dem weißen Taj Mahal ist ca. 200 Meter breit, gehört haben wir ihn nicht, lediglich gerochen haben wir das nicht gut duftende Wasser. Hier soll es noch 53 Fontänen geben, die aber leider nicht in Betrieb waren oder es auch nicht mehr sind.

Weiter geht unsere Fahrt zum imposanten Agra Fort. Das ist eine Festungsanlage, die aus rotem Sandstein erbaut wurde und so erhielt das Fort auch seinen Namen „Red Fort“. Zum Schutz der Anlage waren ein Wassergraben, ein schwer zu überwindender Dschungel und eine Mauer errichtet worden. Wir können auch noch über die Zugbrücke gehen. Das Fort ist eine kreisrunde Anlage umgeben von Kasernen, wo früher die Soldaten wohnten. Wir selbst waren unter anderem im Gefängnis des Königs, von dem aus das Taj Mahal, also das Mausoleum seiner Frau zu sehen ist. 

Am Wegrand berühren wir auch noch eine riesige Badewanne aus Granitstein, sie ist aus einem Block hergestellt und hatte Gold in sich, als sie damals überreicht wurde. 

Kurz nach zwölf machen wir uns mit dem Auto wieder in Richtung Delhi auf den Weg. Es gibt noch einen kurzen Halt, weil der Fahrer sich Schuhe kaufen möchte, er erwirbt dann aber doch keine, weil ihm keine gefallen haben. Auf der Strecke gibt es wieder einen kurzen Stopp in einem riesigen Restaurant. Das Ganze wirkt irgendwie sehr ungemütlich, aber trotzdem nimmt jeder noch ein kühles Getränk zu sich. 

Gegen 16:30 Uhr kommen wir beim Lotus-Tempel in Delhi an. Wie der Name schon verrät, hat der Tempel die Form einer Lotusblüte. Wir entscheiden uns für einen kleinen Spaziergang im Park, wollen aber nicht in den Tempel hinein, zum meditieren haben wir keine Lust. Der Park ist herrlich angelegt, mit duftenden Blumen und kleinen Teichen. Immer wieder erklingen schöne Vogelstimmen. Nach 30 Minuten Autofahrt sind wir dann in den idyllischen Lodhi-Gärten. Das ist auch ein ruhiger Park. Vielleicht lag es auch schon an der fortgeschrittenen Uhrzeit, hier gefällt es uns sehr gut. Es sind nicht mehr so viele Menschen unterwegs und man hört auch den Straßenlärm nicht mehr. Lodhi-Garten heißt er, weil sich dort das Mausoleum der Lodhi-Familie (auch eine Herrscherfamilie) befindet. Der Vater wurde sogar umgebettet, verstarb an einem anderen Ort und hat dort im Lodi-Garden seine letzte Ruhestätte gefunden.

Dann geht es zum Abendessen in ein nettes kleines Restaurant. Zuerst wird ein Tonschälchen mit heißer Tomatensuppe gereicht, die interessant und schmackhaft gewürzt ist. Zur Vorspeise folgen Kartoffelschiffchen und Hühnchen. Als Hauptgang werden Reis, Linsen, Gemüse und Gemüse mit Käse und Butter-Hähnchen gebracht. Die indische Küche ist wie immer sehr schmackhaft. Zum Dessert gibt es Eis mit Karamellsoße. Roland konnte wählen, ob er ein Bier für neun Euro oder 0,3 für fünf Euro möchte. Warum auch immer, er hat sich für die günstigere Variante entschieden (hihi), dann aber doch zwei getrunken.

Anschließend beziehen wir wieder das Zimmer im Jaypee Vasant Continental, wo wir bereits nach unserer Ankunft in Delhi übernachtet hatten.

Mittwoch, 5. März

Zwischen unserem rollstuhlgerechten Zimmer und dem Nachbarzimmer befindet sich eine Tür. Und unsere Nachbarn, die wohl in der Nacht abfliegen werden, unterhalten sich sehr laut. Für uns ist es eine unruhige und kurze Nacht. Zu 4:30 Uhr werden wir von unserem Fahrer und Gajju abgeholt, da wir heute nach Kathmandu/Nepal fliegen. Gegen 05:00 Uhr erreichen wir den Flughafen. Es ist schon eine Menge los, viele Autos kommen an, es wird gehupt, Stimmen klingen durcheinander. Gajju findet für uns jemanden von der Sicherheit. Es dürfen nur Personen den Flughafen betreten, die auch ein Ticket haben. Wir verabschieden uns und dann geht es durch die erste Sicherheitsschleuse. Das Begleitpersonal hilft beim Erhalt des Boarding Passes und bei der Gepäckabgabe. Eine Stunde später stehen wir am Gate. Schon nach 15 Minuten geht es weiter, wir dürfen einsteigen und pünktlich hebt die Maschine um 7:00 Uhr ab. An Bord gibt es auch ein Frühstück mit Curry-Gemüse, einem Fladenbrot, Joghurt und Brötchen sowie Butter. Die viel beschworenen atemberaubenden Blicke auf das Himalaya-Gebirge stellen wir uns eben einfach vor. Die Landung in Kathmandu verläuft ganz normal. Wir hatten schon etwas davon gehört, dass sie sehr rasant ablaufen sollte, immerhin gilt der Flughafen wohl als einer der herausforderndsten der Welt für Piloten. Bei der Einreise müssen wir nochmals unsere ganzen Angaben erteilen, obwohl schon alles im Formular für das Visum erfasst war, mehrmals den Pass zeigen und irgendwann stellt man dann auch das Visum aus. Wir erhalten unsere Rucksäcke und im Foyer holt uns unser Begleiter Bhagwan ab. 

Draußen am Auto bekommen wir zur Begrüßung Blumenketten um den Hals gehängt. So etwas schönes habe ich noch nie gesehen und überreicht bekommen. Diese Kette ist aus verschiedenen Blüten, vor allem Studentenblumen gefädelt. Sie fühlen sich wunderbar frisch an und duften herrlich.

Gemeinsam fahren wir mit unserem Fahrer ins Hotel Yak & Yeti. Wir nehmen im Foyer Platz und der Manager von Travel to Nature Asia begrüßt uns. Wir erhalten einige Infos über Nepal und unsere bevorstehende Tour. Dabei erfahren wir u.a., dass der tiefste Punkt des Landes bei 60 Meter über dem Meeresspiegel liegt, der höchste ist der höchste Berg der Welt, der Mount Everest mit 8.849 Metern. Deutschland ist fünfmal so groß wie Nepal und Nepal wird von drei Seiten durch Indien und im Norden von China/Tibet umschlossen. Bei einem Fläschchen Saft und einem Cappuccino besprechen wir unser bevorstehendes Programm. Dann haben wir noch eine Stunde Zeit und starten kurz nach zwölf mit Bhagwan und Fahrer auf unsere Tour. Zuerst fahren wir zum hinduistischen Tempel. Auf dem Weg dorthin darf ich endlich einen heiligen Ochsen vorsichtig streicheln. Ich hatte schon so viel von den heiligen Kühen in Indien gehört und leider haben wir keine einzige auf der Straße getroffen. Wir laufen an einigen Händlern vorbei. Sie verkaufen unter anderem Schmuck, aber auch Steine, wo Muscheln abgebildet sind. Setzt man die beiden Teile zusammen, entsteht ein kompletter Stein. Dann kommen wir näher an den Fluss und Rauch erfüllt die Luft. Wir setzen uns auf die Steinstufen und bekommen erzählt, wie die Hindi ihre Toten beerdigen. Auf der anderen Seite des Flussufer befinden sich Scheiterhaufen. Die Toten werden an den Fluss getragen, Hände und Füße mit Wasser gereinigt. Sie werden entkleidet und auf die Scheiterhaufen gelegt. Die Trauergemeinschaft versammelt sich und es ist nun an dem ältesten Sohn, den Mund des oder der Toten anzuzünden. Die Verbrennung dauert nun mehrere Stunden und Mitarbeiter achten durch verschiedene Beigaben unterschiedlicher Holzarten darauf, dass alles recht zügig funktioniert. Wichtige Verwandte können dabei sitzen bleiben. Die Kleidung und die Asche des Verstorbenen werden später in den Fluss gegeben. Deshalb sieht er wirklich sehr unordentlich aus. Bedenkt man, dass an jedem Tag gut 100 Leichen verbrannt werden. Wir gehen ein Stück weiter, überqueren an einer Stelle den Fluss und stehen nun an einer Mauer, können die Hände zum Scheiterhaufen rüber strecken und Wärme und Geruch nun intensiv wahrnehmen. Der Geruch ist nicht ganz so wie vom Lagerfeuer, eher etwas süßlicher. Die Atmosphäre selbst hat aber etwas entspanntes, nichts von Trauer, da der Tod von den Hindi nicht als ein Ende, sondern als Übergang in ein weiteres Leben betrachtet wird. Erzählt bekommen wir, dass noch vor ca. 100 Jahren die Ehefrau eines Verstorbenen bei lebendigem Leib mit verbrannt wurde – dies ist nun aber glücklicherweise überwunden. Die Szene hat für uns aber dann schon auch etwas skurriles, von diesen Ritualien hatten wir natürlich schon gehört und nun stehen wir selbst an den Feuern, wo die Toten verbrannt werden.

Danach geht die Fahrt weiter zu einer buddhistischen Stupa. Diese umrunden wir teilweise und steigen dann über Stufen auf die Dachterrasse eines Hotels. Hier gönnen wir uns erst einmal eine Pause bei Brownie und Fanta. Es ist ein herrlicher Blick über das Kathmandu-Thal. und wir hören die Gebetsfahnen im Wind flattern. Weiter spazieren wir dann rund um den Tempel. Auch hier stehen verschiedene Händler und in die Wand eingelassen gibt es Gebetsmühlen. Auf Ihnen sind die verschiedenen Mantras reliefartig abgebildet. Hinter Gardinen und Gittern sind jeweils vier Mühlen angeordnet, die man drehen kann. Insgesamt sind es 108 dieser Gebetsmühlen. 108 gilt als heilige Zahl und in unserem Hotel sind wir auch in Zimmer 108 untergebracht. Zuvor waren wir auch noch bei einer großen Gebetsmühle. Sie ist von einem Art Geländer umgeben, und man kann um sie beziehungsweise mit ihr mehrere Runden laufen. 

Weiter fahren wir zur Swayambhunath Stupa, auch bekannt als „Affen-Tempel“, Wir folgen der 26 kilometerlangen Ringstraße von Kathmandu für 11 Kilometer und erreichen dann den Monkey Tempel. Hier treffen wir weitere heilige Tiere wie Tauben und Affen. Sie können wir hören. Einige Stufen steigen wir nach oben und auch hier sitzen einige der Straßenhunde am Wegesrand. Wir stehen auf 1.420 Meter Höhe und haben einen wundervollen Blick über das Kathmandu Tal. Wir können ein kleines Modell der wunderschön verzierten Stupa mit seiner Kuppel betasten. Wir kaufen zwei verschiedene Magneten als Andenken. Auch hier hätten wir wieder die Gebetsmühlen anfassen können, die gibt es ja an dem buddhistischen Stupas immer. Wir lauschen auch den Gesängen eines Chores. Auf dem Rückweg kommen wir wieder an den plätschernden Fontänen vorbei, die wir schon beim Aufstieg gehört haben. 

Dann fahren wir zurück ins Hotel und haben noch ein wenig Zeit bis zum Abendessen. Mit Bhagwan gehen wir in ein ganz nahe gelegenes kleines Restaurant. Wir entscheiden uns für Nudeln, Roland mit Hühnchen und ich mit Gemüse. Mein Gericht ist mir zu scharf, so dass ich dann nur noch trockene Nudeln esse. Wir teilen uns ein großes, nepalesisches Bier von 0,75 ml. Es heißt Gorka. So sind wir gegen 19:00 Uhr wieder in unserem gemütlichen Hotelzimmer zurück. Bis jetzt das schönste dieser Reise. Wir sitzen gerade auf einer Couch mit einem ovalen Glastisch. Gleich wird es noch einen Tee geben und wir werden das Fenster öffnen. Wir haben einen tollen Blick in den Garten und können hier die Rufe von Fröschen und den Springbrunnen hören. Vor uns liegen auf dem Tisch die Blumenkränze, die wir zur Begrüßung am Flughafen umgehängt bekommen haben. 

 

Donnerstag, 6. März

Bereits 8:00 Uhr sitzen wir am Frühstückstisch und das Personal hilft uns wieder sehr bereitwillig. Wir können zum Beispiel Obst wie Ananas, Honig-, Wassermelone und Papaya wählen. Bohnen und Rührei. Allerlei Kuchen gibt es auch. 9:00 Uhr holen uns dann der Fahrer und Bhagwan ab und wir fahren zum Flughafen. Weil er uns begleitet, haben wir es heute einfacher und müssen uns um nichts Weiteres kümmern. Leider hat unser Flug 2,5 Stunden Verspätung. Die Ansagen dort sind gar nicht zu verstehen. Mit einem Bus fahren wir zum Flugzeug. Nach 30 Minuten landen wir mit unserer Propellermaschine in Pokhara. Wir werden abgeholt und in 20 Minuten sind wir am Ende der Stadt Pokhara und setzen mit einer kleinen Fähre über den Phewa-See zur Fish Tail Lodge auf die Halbinsel Phew über. Das Hotel hat 35 Zimmer und einen tollen Garten. Wir bereiten uns einen Tee und eine Stunde später geht es weiter. Wir setzen mit der Fähre über, gehen ein Stück an der Seepromenade entlang und ein Tretboot bringt uns zum Bharai-Tempel, der auf einer kleinen Insel mitten im See liegt. Diese hinduistische Pilgerstätte ist der Göttin Durga gewidmet. Dort sind zum Beispiel Räucherstäbchen, Schlüsselanhänger und allerlei Anderes zu erwerben, was die Gäste den Göttern als Opfer bringen. Wir können auch Glocken läuten. Unter anderem gibt es auch einen Schlüsselanhänger in Form einer Gebetsmühle. Paare, die während ihrer Flitterwochen diese Insel besucht haben, befestigen ihre Beziehungsbänder rund um einen Baum, soll Glück und Kindersegen bringen. Danach geht es wieder mit dem Tretboot zurück ans Festland. Wir unternehmen noch einen kleinen Stadtbummel. Zur Linken gibt es einen Park und zur Rechten viele Geschäfte. Wir kehren in einem Restaurant auf einer Dachterrasse ein. Man hat einen herrlichen Blick über den Phewa-See. Der Phewasee ist der zweitgrößte See Nepals und hat eine Länge von circa vier und eine Breite von 2 Kilometern. Im Restaurant treffen wir einen Kollegen unseres Guides, der gerade mit einer dreiköpfigen Gruppe von einer Tour zum Basislager der Annapurna zurückgekehrt ist. Später kommen die drei an unseren Tisch, und wir sitzen alle gemütlich bei Bier und anderen Getränken zusammen. Wie sich herausstellt, wohnen alle drei bei Bhagwan zu Hause. Lucia engagiert sich als freiwillige in einem Projekt für Straßenhunde, wo diese gesund gepflegt, sterilisiert, manchmal vermittelt und gegebenenfalls wieder auf die Straße entlassen werden. Pokhara selbst ist die drittgrößte Stadt Nepals.

 

Freitag, 7. März

Am Morgen erwache ich mit Glieder- und Kopfschmerzen. Nach einer heißen Dusche und einer Ibuprofen geht es dann aber wieder bergauf. Wir frühstücken und danach fahren wir mit einem großen Tretboot von unserer Halbinsel Richtung Festland. Begleitet werden wir vom Kollegen, mit dem wir gestern zu Abend gegessen haben. Nun steigen wir über unzählige Stufen zur Friedensstupa auf, diese thront auf 1.222 Metern Höhe. Unterwegs bekommen wir einige Pflanzen gezeigt. Blätter vom Orangenbaum, Lorbeer, Minze und Basilikum aus Gärten. Blätter vom Kardamom, die wundervoll duften, wenn man sie zerbricht und Blätter vom Kaffeebaum. Nach der Hälfte machen wir eine kurze Rast in einem kleinen Restaurant, wo wir erfrischend kühles Wasser zu uns nehmen. Weiter geht der stufige Weg nach oben, bis wir nach insgesamt 400 Höhenmetern die Friedenstupa erreichen. Man hat von dort aus einen herrlichen Blick ins Tal und wir können die verschiedenen Götterfiguren befühlen. Auch treffen wir wieder Lucia und Thom von der Gruppe des gestrigen Abends. Wir steigen die Straße wieder nach unten und fahren mit dem Taxi zur größten Höhle Nepals. Einige Stufen geht es nach unten. An vielen Stellen muss man den Kopf einziehen. Es ist recht warm in der Höhle und wir kommen in einen Tempel. Noch weitere Stufen hinab und wir stehen vor einem unterirdischen See. Wir hören einen tollen Wasserfall. Danach steigen wir wieder aus der Höhle und gehen auf die andere Seite, so dass wir jetzt am oberen Ende des Wasserfalls stehen. Nun geht es das kurze Stück wieder zur Anlegestelle und auf die Halbinsel zu unserem Hotel. Hier machen wir es uns bei Cappuccino und Masala-Tee im Garten gemütlich. Danach haben wir etwas Zeit im Zimmer und es geht zum Abendessen, heute im Hotel. Roland entscheidet sich für frittierte Momos gefüllt mit Geflügel und ich nehme ein Sandwich. Vorweg nehmen wir eine Maissuppe und zum Dessert gibt es ein Bananen-Lassi.

 

Sonnabend, 8. März

In Deutschland wird heute Frauentag gefeiert und ich bin weiterhin auf die Pharmazie angewiesen. 

Nach dem Frühstück verlassen wir gegen 9:00 Uhr unser superschönes Hotel auf der Halbinsel und fahren mit dem Boot auf die andere Seite. Der Fahrer holt uns ab und wir halten zunächst am (sie sagen) tibetischen Flüchtlingscamp. Es ist Mittlerweile eine eigene kleine Stadt, da die geflüchteten Tibeter hier schon seit Ende der 50er Jahre leben, als sie nach der Eroberung ihres Landes durch die Chinesen das Land verlassen hatten. Wir gehen in einen Tempel. Dort sprechen viele Kinder und Mönche ihre Mantras. Von einem Mönch lassen wir uns auch segnen. Die Tibeter leben dort seit vielen Jahren, sind heimisch geworden, verkaufen ihre gebastelten Sachen. 

Weiter geht die Fahrt für circa zwei Stunden zu unserem Ausgangspunkt der heutigen Tour nach Kusma, einem Ort am Rand des Kaligandaki-Tals. Unser Gepäck wird mit einer Seilbahn über das Tal gebracht und wir warten auf den zweiten Guide, er heißt Tanka. Wir steigen circa 100 Höhenmeter über Stufen und einen steinigen Weg hinab. Schon von weit oben hören wir das Rauschen des Kaligandaki-Flusses – einem der heiligsten Flüsse Nepals. Dort angekommen, folgen wir einem Weg, den Fluss zu unserer rechten. Über eine Hängebrücke queren wir den Fluss und danach meistern wir einen steilen Aufstieg über Stufen und Geröll von 400 Höhenmetern. Das Ganze ist ziemlich anstrengend. Auf halber Strecke kehren wir in einem Restaurant ein und kaufen Cola. Der Guide von Roland hat unser Lunch dabei. Es gibt Sandwiches, Ei und Kartoffeln mit Salz. Weiter führt der Weg auf Dorfstraßen und gegen 15:30 Uhr kommen wir im traditionellen Dorf Narayansthan, genauer gesagt dem Farmhaus von Krishna an. Krishna ist ein Nepalese, der halb in Deutschland lebt, einige Unternehmungen betreibt, ein Freund von Reiner ist und der uns für die kommenden drei Nächte in sein Farmhaus eingeladen hat. Von dieser Einladung sind wir ganz gerührt, denn außer von einem Telefonat kannte uns Krishna vorher nicht, aber er sagte, Freunde von Reiner, den Rolo schon seit 25 Jahren kennt, sind auch seine Freunde und so kahmen wir zu dieser Ehre.

Rund um die Farmhäuser gibt es einen toll angelegten Garten und Krishnas Haus ist mit verschiedenen Säulen verziert, die sich toll anfühlen. Wir nehmen im Gartenplatz und bekommen Saft serviert. Krishna begrüßt uns. Unser Zimmer ist auch mit Reich verzierten alten Möbeln eingerichtet. Über einen Laubengang gelangen wir ins Bad mit WC und Dusche. Vor dem Abendessen schauen wir uns noch den Garten mit den verschiedenen Pflanzen an. Es gibt Mango-, Litschi-, Bananen- und Pomelobäume; auch einige Hühner trappeln über den Hof. 

Das Abendessen nehmen wir drin ein. Es gibt eine Kürbissuppe, Nudeln mit Gemüse und zum Dessert frittierte Apfelringe. Alles sehr köstlich. Eigens für uns hat Krishna einen Koch für die nächsten Tage engagiert, echt irre!

Nach dem Essen sitzen wir mit Krishna und einigen Leuten aus dem Dorf am Lagerfeuer und wer will trinkt Whisky. Roland ist vom Black Chimney, einem nepalesischen Whisky begeistert.

 

Sonntag, 9. März

Geweckt werden wir mit einem Masalatee, den wir ans Bett serviert bekommen. Danach geht es unter die Dusche. Das Wasser ist nur lauwarm, weil es nur von der Sonne auf dem Dach erwärmt wird. Anschließend können wir zauberhaft im Sonnenschein im Garten frühstücken. Es gibt ein Keramikschälchen mit Müsli und Cornflakes sowie Toast und Käse-Omelette. 

Anschließend machen wir uns auf den Weg zu einer Schule, heute ist unser Social Day, wir lernen Projekte der Organisation SWAN kennen. In der Schule werden circa 230 Kinder, davon neun blinde Schüler unterrichtet. Anfangs sitzen wir mit dem Direktor und den Lehrern in Lehrerzimmer. Gerade heute haben ein Blinder und eine blinde Lehrerin ihren ersten Schultag. Sie haben früher auch diese Schule besucht und sie freut es daher sehr, dass beide so eine gute berufliche Zukunft gefunden haben. Wir zeigen Ihnen unsere Blindenstöcke und sie stellen uns ihre vor. Danach gehen wir in den Schulhof hinunter, wo eine blinde Lehrerin gerade eine sechste Klasse im Fach Sozialkunde unterrichtet hat. Die Kinder scharen sich um uns und stellen alle möglichen Fragen. So zum Beispiel, wer der reichste Deutsche ist, der berühmteste Musiker, Fragen nach bekannten Firmen, dem Durchschnittseinkommen in Deutschland und so weiter. Sie wollen auch, dass wir ein Lied singen. Da sind wir irgendwie völlig überfordert und sagen, wir können nicht singen. Aber unser Guide rettet die Situation. Er trällert einfach nur: guten Morgen, guten Morgen, Sonnenschein und die Kinder singen das in einwandfreier Aussprache nach. Wir sind total verblüfft. Dann singen die Kinder absolut grandios für uns. Zuerst ein Lied über den Himalaja und dann ihre Nationalhymne. Sie machen das mit voller Hingabe und Leidenschaft. Es ist einfach großartig, Ihnen zuzuhören, gut, dass wir das Singen aufnehmen durften.

Danach dürfen wir uns das Hostel anschauen. Hier leben die Blinden Schüler im Internat und es gibt auch Zimmer für die Lehrer, die nicht im Dorf wohnen. Die Zimmer sind mit zwei oder fünf Betten bestellt. Danach sitzen wir im Innenhof vor der Küche, wo gerade das Sonntagsessen gekocht wird. Wir dürfen auch probieren. Es gibt Kartoffeln mit Kichererbsen, für mich wieder etwas zu scharf aber ansonsten sehr geschmackvoll. Schule und Sonntagsessen, wie passt das zusammen? Sowohl für die arbeitende Bevölkerung als auch für die Schüler gibt es nur einen freien Tag in der Woche und dies ist der Samstag, am Sonntag wird also gearbeitet und zur Schule gegangen.

Danach gehen wir in den Raum für die Lernmaterialien. Krishna hatte organisiert, dass diese Schule einen Braille Drucker bekommt, und wir sind nun neugierig. Der Tisch mit dem Computer, Bildschirm und dem Braille Drucker ist total verstaubt, weil natürlich die Fenster offenstehen und das Ganze offensichtlich auch schon länger nicht mehr benutzt wurde. Wir erfahren dann auch, dass der Lehrer, der die Technik bedienen kann, momentan nicht da sei und man wisse auch gar nicht, wann wieder ein Kollege mit entsprechenden Fähigkeiten kommt. Die Punktschriftbücher liegen Meter hoch übereinandergestapelt, sodass die Punkte der unteren Bücher stark gelitten haben. Insgesamt wirkte der Raum eher wie eine Abstell- oder Rumpelkammer. Nun, das ist alles sehr schade.

Wir spazieren weiter zur Krankenstation. Dort sind insgesamt drei Personen, eine Krankenschwester und zwei Assistentinnen. Täglich würden so ungefähr 30 Leute mit verschiedenen Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen, Verbrennung und so weiter vorbeikommen. Wir schauen uns um, es werden auch zu bestimmten Zeiten Impfaktionen durchgeführt und es gibt auch einen Raum, wo gegebenenfalls Frauen entbinden können. 

Dann geht es zurück zu unserer Unterkunft und auf dem Weg haben wir noch das Glück, kleine Ziegen anfassen zu können. Am Farmhaus bekommen wir einen Obstteller mit Papaya und Ananas und einen herrlichen Zimttee gereicht. Hier im Garten steht ein Zimtbaum und der Tee wird mit ein wenig Schwarztee und dessen Blättern und Zucker zubereitet. Das Aroma ist klasse.

Zu 17:00 Uhr gehen wir dann zu einer blinden Lehrerin nach Hause, die uns eingeladen hat. Gemeinsam bewohnt sie mit ihrer Schwester einige Räume. Wir sitzen auf einer Bank im Flur und bekommen Schwarztee mit Zitrone und Zucker gereicht. Auch sie nutzt ein Smartphone und verwendet einen Laptop mit Screen Reader (NVDA) und Sprachausgabe. Wir tauschen uns über unterschiedliche Bildungswege für blinde Menschen in Deutschland und Nepal aus.

Vor dem Abendessen probieren wir einen Hirseschnaps namens Roxy, Anschließend noch einen Rumpunsch. Dieser wird mit Rum, Kardamom, Zimt und Wasser zubereitet. Ihn finde ich wegen der Gewürze sehr köstlich.

Zum Abendessen gibt es diesmal einen Königsteller mit Reis, Chicken-Curry, Linsendahl und als Dessert wieder ein Obstteller mit Äpfeln und Bananen. 

Zum Tagesausklang sitzen wir gemeinsam mit Krishna und einem Nachbarn am Lagerfeuer und beide singen und Trommeln für uns ihre Lieder. So geht wieder ein ereignisreicher Tag zu Ende.

Montag, 10. März

Geweckt werden wir pünktlich zu 8:30 Uhr mit dem herrlich duftenden Zimttee. Danach gibt es wieder Frühstück im Garten, heute Cornflakes und Pancakes. 

Es ist Animals- und Wander-Day. Wir starten zu einer kleinen Dörfer Tour. Unter anderem halten wir bei einer Frau, wo wir ein 13 Tage altes Ziegenlämmchen, ein vierwöchiges Kitten und Küken streicheln. Sie lebt mit der Schwiegermutter und ihrem Kind in einem Haus, während ihr Mann in Dubai arbeitet. Wir spazieren weiter und lauschen dem Treiben. Wir hören unter anderem Frauen, wie sie nähen, sodass sie später ihre Kleidung verkaufen können. Wir betasten bei einem Schuster die Schuhe, unter anderem samtige mit Strasssteinen verziert. Es sind Hochzeitspantoffeln, die man für sieben Euro kaufen könnte. Irgendwo läuft heute eine Zeremonie und bei einer Frau können wir ihren Goldschmuck bestaunen. Sie trägt eine Kette und unzählige Armreifen. 

Gegen Mittag stehen wir dann an der Talseite, die wir zwei Tage zuvor zu Fuß erklommen hatten. Wir Blicken auf die Seite hinüber, auf der wir über die unzähligen Stufen zum Fluss hinab gewandert sind. Hier rasten wir bei einem kalten Getränk und lassen uns beschreiben, wie die Mutigen auf der anderen Seite Bungee-Jumping betreiben. Kopfüber stürzen sie sich in ihr Abenteuer, ca. 120 Meter in die Tiefe - nichts für uns. Weiter geht’s unter anderem durch einen schönen Kiefernwald bis wir am frühen Nachmittag wieder im Farmhaus ankommen und einen Zimttee trinken. 

Am späten Nachmittag unternehmen wir noch einmal einen kleinen Spaziergang durch das Dorf. Wir können eine kleine Ziege kraulen und bei einem Bauern, der Büffel hält, einen kleinen Welpen auf den Arm nehmen und mit ihm spielen. Von den Kühen und Büffeldamen erhält er 35 Liter Milch pro Tag und bekommt dafür 25 € gezahlt. 

Nach der Rückkehr bereiten wir dann noch mit dem Koch Momos. Die kreisrunden Teigplättchen und das geriebene Gemüse sind schon vorbereitet. Man nimmt ein Plättchen in die Hand, gibt ein Löffelchen Gemüse darauf und formt dann eine halbrunde Teigtasche daraus. Das Ganze wird erst im Wasser gedämpft und später gebraten oder frittiert. Zum Abendessen bekommen wir zuerst die heiß geliebten Krabbenchips, eine riesige Schüssel voll. Es gibt eine Kartoffelsuppe und als Hauptgang die vegetarischen Momos, dazu Brokkoli. Wir sind so satt, dass wir heute aufs Dessert verzichten müssen. 

Zu 20:00 Uhr gehen wir in unser Zimmer und packen unsere Sachen, denn morgen soll es wieder früh losgehen.

Dienstag, 11. März

Bereits 6:30 Uhr sitzen wir im Garten am Frühstückstisch. Wir haben heute aufgrund der frühen Zeit auf unseren Aufwachtee verzichtet, trinken aber zum Frühstück einen leckeren Gewürztee. Heute gibt es einen Haferbrei mit Banane. Und wer möchte noch Toast mit Marmelade, Honig oder Erdnussbutter dazu. 

Kurz nach sieben verabschieden wir uns vom Koch und unserem Gastgeber. Tanka und eine Bewohnerin des Hauses tragen das Gepäck und begleiten uns für einen gut halbstündigen Fußmarsch bis zur Seilbahn. Die Seilbahn bringt uns über die Schlucht, in welcher der tosende Kaligandaki-Fluss fließt, und wir gelangen auf der anderen Seite, unserem Startpunkt in der Stadt Kusma an. Nun geht es wieder mit dem Auto zurück. Für die 65 Kilometer benötigen wir fast zwei Stunden und gelangen wieder in Pokhara an. Der Flughafen ist wesentlich kleiner und alles läuft ruhig ab. Die meisten Flüge gehen nach Kathmandu und nur zwei am Tag nach Bharatpur in Chitwan, unserem heutigen Zielpunkt. Der Flug hebt mit 30 Minuten Verspätung ab und nach 20 Minuten landet unsere kleine Propellermaschine auch schon wieder in Bharatpur. Hier werden wir von unserem englischsprechenden Guide Sam und dem Fahrer empfangen. Es gibt den üblichen Farbtupfer auf die Stirn, und jeder erhält wieder eine duftende Blumenkette umgehängt. Auch eine kühle Cola gibt es und dann steigen wir ins klimatisierte Auto, denn hier herrschen 30°. Die Fahrt zum Chitwan-Nationalpark dauert nun 1,5 Stunden. Die achtspurige Straße (sie wird uns vom Guide als bumpy Road angekündigt) ist ganz oft durch unebene Passagen unterbrochen, sodass wir ordentlich durchgeschüttelt werden. Wir können nicht verstehen, dass alle wenige Kilometer glatter Straße von so irren Passagen unterbrochen sind, was neben den Komforteinbußen auch zu ziemlich langen Fahrtzeiten führt. Eigentlich sind es nur 40 Kilometer, für die wir jedoch eineinhalb Stunden brauchen. Der Zustand der Straßen ist auch der Grund dafür, dass wir so häufig das Flugzeug für kurze Strecken genommen haben. Für die 125 Kilometer von Kathmandu nach Pokarah etwa hätten wir sieben Stunden per Bus gebraucht, der Flug dauerte knapp 30 Minuten. Zur Straße hier erklärt man uns, dass der Straßenbau vor Corona begonnen habe, dann aber nie komplett fertig gestellt wurde. In der Tiger Tops Tharu Lodge erhalten wir noch einmal den obligatorischen Farbtupfer zur Begrüßung auf die Stirn und einen kleinen duftenden Blumenstrauß. Mit einem nach Zitrone riechenden Waschlappen dürfen wir uns das Gesicht und die Hände kühlen. Als Willkommensgetränk gibt es einen Drink mit Zitronensaft und Minzblättern. Wir beziehen unser Zimmer und danach geht es zum Lunch, wo es Nudeln mit gut gewürztem Schweinefleisch und Salat gibt. Zum Dessert einen Obstsalat, Schokoladenstückchen und noch einen Kaffee.

16:00 Uhr machen wir uns dann mit dem Fahrer und Sam im Jeep auf den Weg. 10 Minuten sind es bis zum Narayani-Fluss, den wir mit dem Jeep durchfahren und dann brauchen wir nur noch wenige Minuten, bis wir bei unseren Elefanten ankommen. Wir dürfen Sie befühlen und sind total fasziniert, wie es klingt, wenn sie sich mit den Ohren Luft zu fächeln. Auf jedem Elefanten sitzt dessen Führer. Wir erfahren, dass sich der Elefant nur für zwei Führer entscheidet und auch nur auf diese hört. Es sind wirklich sehr treue Tiere. Für seinen Führer biegt der Elefant den Rüssel, sodass der sich am Ohr des Tieres festhaltend über den Rüssel auf den Elefantenrücken steigen kann. Jeder von uns darf dem Elefanten eine Banane geben und dann beginnt unser kleiner Walk - der Elefantenbulle läuft vorweg, wir hinterher und dann die Elefantendame, die wir betasten durften. Die indischen Elefantenbullen haben Stoßzähne und deshalb sollten wir eben nur die Elefantenkuh berühren. Wir spazieren bis zum Fluss Narayani, die Elefanten bedienen sich immer wieder links und rechts des Weges am Grün der Bäume, was wir gut hören können. Am Fluss gehen die Tiere mit ihren Führern auf dem Rücken ins Wasser. Eines der Tiere legt sich auch hinein. Dann kommen sie wieder raus, ihnen ist es eigentlich zu kühl, sodass sie keine Lust auf Abkühlung haben. Wir können sie nochmals streicheln. Für uns ist am Ufer schon alles vorbereitet: Tische, Stühle und eine kleine Bar mit Getränken wurden aufgebaut. So genießen wir ein kühles Bier und den Sonnenuntergang. Die Elefanten trompeten für uns auch noch einmal. Wir geben ihnen einen Apfel und die Elefanten gehen zurück. Wir fahren mit dem Jeep zur Lodge und auf dem Rückweg hören wir noch Affen, die von Baum zu Baum springen. In 100 Metern Entfernung sehen alle anderen ein Nashorn. An einer anderen Stelle hören wir Büffel, wie sie ins Wasser gehen. 

Mittwoch, 12. März

Kurz vor acht bekommen wir einen Aufwachtee gebracht. Er ist nicht so lecker wie der auf der Farm. Eine halbe Stunde später machen wir uns auf dem Weg, 10 Minuten sind es bis zum Elefantencamp. Dort bereiten wir für Sie das Frühstück vor. Wir falten Stroh zu einem kleinen Päckchen und drücken eine Mulde hinein. In diese stopfen wir unter anderem Salz, Zuckerrohr, Reis und so weiter. Das Päckchen wird ein wenig zusammengedrückt und mit Elefantengras fest umwickelt. Nun dürfen wir unserer Elefantendame nach und nach die Päckchen füttern. Ganz vorsichtig nimmt sie die Elefantensanddwiches ab. Damit sie am Morgen satt wird und tagsüber keinen Schaden bei dem Bauern anrichtet, braucht sie morgens und abends je 50 solcher Elefantensandwiches. Dann gehen wir noch zu einer anderen Elefantendame, die gerade ein drei Monate junges Baby bei sich hat. Dieses können wir leider nicht anfassen, es ist circa einen Meter hoch. Der Vater ist ein wild lebender Elefant, sie haben sich wohl beim Ausflug im Dschungel getroffen, denn tagsüber werden sie dort freigelassen und kommen am Nachmittag wieder zum Dschungelrand und ihrem Elefantenführer zurück. 

Nun geht es für uns zum Frühstück, wo es Haferbrei, Ei, Bohnen, Kartoffeln und Muffins gibt. Wir fahren nun mit dem Jeep bis zum und durch den Fluss Narayani. Wir machen noch ein kleinen Spaziergang bis zur Boot- Safari. Wir werden in einem Holzboot auf dem Fluss gepaddelt. Einige Male sehen unsere Begleiter Krokodile, die teilweise mit den Körpern im Wasser oder am Ufer liegen. Wir lauschen den Rufen der Vögel und werden einige Male durch kleine Stromschnellen gepaddelt. 

Danach fahren wir wieder mit dem Jeep in die Lodge und genießen das reichhaltige Mittagessen mit Hähnchenspießen, Salat, Humus und Gemüsekuchen. Den Obstsalat zum Dessert lehnen wir ab, wir sind einfach zu voll, die Schokolade nehmen wir zum Kaffee aber doch. 

14:30 Uhr starten wir zu einer 3,5-stündigen Jeep-Safari. Wir fahren in dem offenen Wagen bis zum Nationalparkeingang, den Dschungel. Oft hören wir die Rufe des Pfaus und alle anderen sehen ihn an einer Stelle auch wunderbar tanzen. Insgesamt treffen wir elf Nashörner. Vier davon konnten wir ganz nah erleben. Eines läuft quer vor uns über die Straße und wir hören es in ungefähr 15 Metern im Laub rascheln und Gras fressen. Später geht das Nashorn ins Wasser und kämpft mit einem Artgenossen. An einem anderen Punkt begegnen wir einer Nashorn Mutter mit ihrem Jungen. Später hören wir noch links im Laub einen kleinen Muntjak (Zwerghirsch) laufen. So ein Tier trafen wir vor einigen Jahren im Filmtierpark in Eschede. Wir wurden auf dieser Fahrt ordentlich durchgeschüttelt und konnten kaum noch sitzen.

Donnerstag, 13. März

09:00 Uhr starten wir mit Sam und unserem Fahrer zurück zum Flughafen Bharatpur. Wir dürfen dort in einem separaten Raumplatz nehmen, der sonst eigentlich für stillende Mütter vorgesehen ist. So ist es etwas ruhiger. Wir müssen nun lange Zeit warten, denn unser Flug hat zweieinhalb Stunden Verspätung. Bei den Inlandsflügen wird auf Sicht geflogen und so sorgt allein ein bewölkter Himmel schon dafür, dass nicht geflogen werden kann und es eigentlich bei allen Inlandsflügen zu Verspätungen kommt. Der Flug selbst mit der kleinen Propellermaschine, wir sitzen in der letzten Reihe mit der Nummer 13, ist sehr unruhig. Mich ängstigt das ein wenig. Nach 20 Minuten landen wir in Kathmandu. Heute findet in Nepal das Hollyfest, es ist das Frühlings und Farbenfest statt. Überall hören wir Musik und es laufen schon einige angetrunkene auf den Straßen herum. Sie tragen Farben im Gesicht, in den Haaren und am Körper. Sie feiern den Beginn des Frühlings. Gegen 16:00 Uhr sind wir wieder im Hotel Yak und Yeti. Nach einer kurzen Pause fahren wir zu einem Haus, das Bhagwan unser Guide für acht blinde Jugendliche angemietet hat. Sie sind gerade dabei, ihr Abitur zu absolvieren oder bei einem Bachelorstudium. Sie stellen sich alle kurz vor und singen noch zwei Lieder für uns. Wir sind beeindruckt von dem sozialen Engagement unseres Manager, wie wir Bhagwan liebevoll nennen, weil er so viel telefoniert und wir anfangs Schwierigkeiten haben, uns seinen Namen zu merken. 

Anschließend spazieren wir zum Haus des Managers, vorbei an einem kleinen Geschäft, wo wir eine Flasche Whisky (Black Chimney) für Rolo kaufen. Wegen des Feiertages haben die Geschäfte eigentlich geschlossen, aber der Manager kennt den Ladenbesitzer.

Im Haus angekommen, lernen wir einige freiwillige, die Mitarbeiter und natürlich die Familie unseres Managers kennen. Wir sitzen bei einem gemütlichen Abendessen auf der Dachterrasse. Es werden viele frittierte Speisen wie Kartoffeln, Gemüse, Momos und Fleisch gebracht. Gegen 20:30 Uhr werden wir wieder ins Hotel gefahren.

Freitag, 14. März

Gegen 9:15 Uhr gehen wir zum reichhaltigen Frühstück. Zu 11:30 Uhr werden wir von Daisy, einer Mitarbeiterin unseres Managers abgeholt und besuchen mit ihr das Projekt, das sich um Straßenhunde kümmert. Sie selbst engagiert sich in jeder freien Minute für Hunde. 

Das Gelände liegt in der Natur am Stadtrand. Da freitags die gesunden Hunde wieder auf die Straße entlassen werden, sind heute nicht so viele Tiere da. Am Samstag werden wieder neue aufgenommen. 

Gleich zu Beginn können wir drei Tiere streicheln, die vorher als Straßenhunde lebten und jetzt dort ihr Zuhause gefunden haben. Ein Hund hat nur noch drei Beine.

In den Käfigen haben die Tiere unterschiedlichste Verletzungen oder sind abgemagert. Sie werden medizinisch versorgt und gesund gepflegt. Freiwillige gehen mit ihnen spazieren. Wir reichen Leckerlies und kraulen die Tiere. Den Katzen statten wir auch einen Besuch ab.

Im Auto geben wir Daisy unsere letzten Rupie (15 €), sie wird etwas Schönes für die Tiere kaufen. Mich nimmt das Ganze wirklich mit, mir laufen die Tränen.

Der Manager steigt zu uns ins Auto, übergibt uns einen Stick mit Videos und Fotos, die er unterwegs für und von uns gemacht hat. Wir werden zum Flughafen gebracht und danken Bhagwan/Manager herzlich für seine großartige Begleitung.

Gegen 17:30 Uhr landen wir in Delhi. Wir wollen unsere siebenstündige Aufenthaltsdauer überbrücken und haben uns deshalb hier noch zu einem Abendessen verabredet. Zunächst beginnt das irre Einreiseprozedere erneut, immer wieder müssen wir Platz nehmen und auch das Formular für das Visa, das wir ja bereits in Händen halten, muss nochmals ausgefüllt werden. Eine äußerst nervige Angelegenheit.

Fast zwei Stunden brauchen wir, bis wir draußen sind. Zum Glück warten Nasir und der Fahrer noch und sie bringen uns zu einem Restaurant mit südindischer Küche. Das Restaurant ist sehr groß und laut. In der Mitte des Tellers liegen kleine Bhaturas, darum stehen Schälchen mit Reis, Linsen, Gemüsen, Joghurt und einer Süßspeise – alles sehr lecker! 

Nach einem kleinen Spaziergang geht’s wieder zum Flughafen zurück. Die Formalitäten brauchen natürlich auch wieder einiges an Zeit - neben dem Ausreiseprozedere gibt es noch eine Diskussion mit der Lufthansa-Mitarbeiterin: Sie meint mehrmals, dass es doch besser für uns sei, wenn wir uns im Rollstuhl fahren ließen, schließlich aber gibt sie nach als wir sie bestimmt darauf hinweisen, dass auch wir ihr nicht sagen, was gut für sie ist, sie wisse dies für sich und wir eben auch für uns). Nachdem das alles geklärt, mir noch ein E-Feuerzeug, was auf den sieben Flügen der letzten 13 Tage zu keinen Beanstandungen geführt hat, abgenommen wurde, können wir mit dem Herrn des Mobilitätsservice noch Magneten für unseren Kühlschrank von Indien kaufen.

Nach weiteren zwei Stunden des Wartens hebt unser Flugzeug, ein Airbus A380 Pünktlich 01:10 Uhr ab. Diesmal haben wir etwas mehr Platz, denn wir sitzen in der Premiumklasse. Wir gönnen uns noch einen Becher Sekt, lassen das Nachtessen aus und schlafen ein Wenig.

Sonnabend, 15. März 

Es gibt ein üppiges Frühstück mit Omelett, Obst und Joghurt. 5:45 Uhr landen wir überpünktlich in München.

Mit uns verlassen einige Passagiere, die Unterstützungsbedarf haben, die Maschine. Ein Auto ist defekt und zu wenig Personal da. Die Dame, die das leitet, wirkt überfordert und gestresst. Wir sind froh, dass wir heute nur die Begleitung brauchen und wir nicht mit ihr zusammenarbeiten müssen. Zwei Stunden braucht es, bis wir an unserem Gate eintreffen.

Der Flug nach Berlin ist ruhig und wir landen um 10:00 Uhr. Hier klappt der Service perfekt. Gut 30 Minuten später stehen wir im völlig überfüllten Zug. Eine kaum verständliche Ansage erklärt, dass die Bahn heute aus technischen Gründen nach Lichtenberg umgeleitet wird. 

Die automatische Ansage gibt den ersten Halt Ostkreuz aus. Wir wundern uns schon nach dem Verlassen des Zuges, dass wir keine S-Bahnen hören und die Geländer nicht mit Brailleschrift versehen sind, wurde doch der Bahnhof Ostkreuz erst neu gestaltet. Die netten Damen, die uns auf dem Weg zur S-Bahn unterstützen, erklären, dass wir in Lichtenberg sind.

Alles klar - dann also weiter mit der S-Bahn bis Friedrichstraße, der U6 bis zum Kurt-Schumacher-Platz, dem SEV bis Tegel und der Linie 133 bis zur Haltestelle Reierallee. Zwei Stunden haben wir für den Weg in Berlin benötigt. Um kurz vor 13:00 Uhr begrüßen uns unsere beiden Katzen Vanda und Runa zuhause.

 

Es war wirklich eine Reise mit tollen Erlebnissen und Eindrücken. Wir haben viele nette Menschen getroffen, die interessante Kultur von Nepal und Indien kennengelernt und die Natur erfahren. Das kulinarische ist auch nicht zu kurz gekommen.

Besonders beeindruckt haben uns wie die Hinduisten ihre Toten beisetzen und die Elefanten im Chitwan-Nationalpark. 

 

Namaste Nepal!

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